Verlorenwasser 1-2-3-4 2017-06-26T08:00:12+00:00

Project Description

Bei der Quelle liegt der Mittelpunkt der DDR.

Verlorenwasser 1-2-3-4

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Geschichte, Spuren, Träume
Ausflüge in eine verlorene Zeit

4 Filme 1990 – 2010

Der geografische Mittelpunkt der DDR liegt im Wald wenige Schritte von der Quelle des Verlorenwasser-Baches. In ferner Vergangenheit verschwand der Verlorenwasser wieder im Erdreich, um eine Strecke weiter erneut zu erscheinen. Und so suchen in der Zeit nach der Wende auch die Verlorenwasser-Filme nach dem Verschwinden und Auftauchen von Geschichten und Geschichte in der kargen und doch verwunschenen Landschaft des Hohen Fläming, keine hundert Kilometer südwestlich von Berlin.

Pressestimmen

„Peter Roloff ist ein Spurensucher und Spurenleger, er bringt die Landschaften rund um den Ort Verlorenwasser…zum Sprechen.“
tip, Berlin

„Film eins und zwei…bestechen durch ihre formale Strenge. Teil drei ist ein wahres Kleinod…voller Humor. Der vierte Teil…ist das poetische Ende.“
Zitty, Berlin

„Man wünscht sich, dass der sehr persönliche, sehr sehenswerte Essayfilm „Verlorenwasser“ das Projekt der Langzeitbeobachtung nicht abschließt, sondern vielmehr eine Zwischenbilanz darstellt.“
film-dienst

„Auf den Punkt und die selbstauferlege Aufgabe konzentriert, ohne krude Kunstanstrengung und mit funktionaler Geradlinigkeit werden genau solche Tatsachen zusammengefügt, die einen interessanten Erzählfluss garantieren. Ein geglückter Film von einer wundersamen Reise, die Gepäckstücke der Erinnerung aus vergessenen Zonen mitbringt.“
Die Weltwoche, Zürich

Regie: Peter Roloff
Genre: Essayfilme
Dauer: 100 min.
Format: 16 mm

Plakat_Verlorenwasser
Jahr 1990-2010
Dauer 27 + 31 + 22 + 20 min. = 100 min.
Bildformat 16 mm | 1:1,34 | Farbe & s/w
Buch | Regie | Kamera Peter Roloff
2. Kamera | Ton Klaus Dörries, Carolin Lingke, Martin Muser, Andreas Ruft, Anke Schäfer
Montage Barbara Kirchner (Teil1), Frank Behnke (Teil 2), Peter Roloff (Teil 3), Manfred Hielscher (Teil 4)
Musik Peter Roloff, Jens Jamin, Adolph Hofner, Polka Service
Musikaufnahmen Studio-Nord Bremen
Tonmischungen Lothar Mankewitz, Martin Steyer, Peter Roloff
Sprecher Edi Samland, Erika Eller, Peter Lewan
Titel Thomas Wilk, Moser + Rosié
Kopierwerke Defa Studio für Dokumentarfilme, Defa Adlershof, Arri Berlin, CinePostproduktion – Geyer Berlin
Postergestaltung tho Aspern . design
Produktionsassistenz Andrea Kuserau, Jana Drescher
Produktionsleitung Florian Körner von Gustorf, Susanne Lob
Förderungen Goethe-Institut, Kulturelle Filmförderung Berlin, Medienboard Berlin Brandenburg, Filmbüro Bremen
Produktion Peter Roloff, maxim film
Kurzinhalt
Der Verlorenwasser-Bach entspringt im Wald wenige Meter vom geografischen Mittelpunkt der ehemaligen DDR. Von dort setzt sich der erste Film am Tag der ersten freien DDR-Wahlen am 18. März 1990 in Bewegung. Im zweiten Teil reisen wir in der Nachwendezeit 1991/2 durch eine Landschaft mit tief verunsicherten Bewohnern. Im dritten Teil folgen wir 1899 der Odyssee eines russischen Tuchhändlers. Er möchte seine Frau zum Auswandern in die USA bewegen, doch sie sträubt sich. Igor löst sein Problem – in Verlorenwasser. Der letzte Teil kehrt an die alten Orte zurück und erkundet die heutige Gegenwart der verlassenen Areale von Militär, Bereitschaftspolizei und Staatssicherheit.

Kleines Verlorenwasser-ABC:
Altes Lager – Asylbewerberheim Struvenberg – Autoparadies – Bach Verlorenwasser – Baum Nr. 7254 – Bekleidungsfaschine – Belzig – Bereitschaftspolizei – Blühende Landschaften – Bockbüchsflinte – Brandenburg – Bundestagswahl – Burg Rabenstein – Come In – Deutsche Reichsbahn – Dienst- und Gebrauchshundewesen – Distanzsäule – Eichen nach China – Feierabendheim Dahlen – Feierliches Gelobnis – Fläming – Flugversuchsplatz – Garnisonsstadt Potsdam – Gaststätte Zur Hirschtränke – Gedenksteine – Geliebte Olga – Geocaching – Geographischer Mittelpunkt der DDR – Geomagnetisches Observatorium Niemegk – Gold im Sacramento-Tal – Golfplatzregion – Gulaschkanone – Gustav Büchsenschütz – Hagelberg – Hauskampfobjekte – Heiß oder kalt – Heuernte – Igor M. Grusewejitsch – Institut für historische Rekonstruktion – Jagdsitz – Karussel – Königskinder – Krasna Amerika – Kriegskasse – Kürassier-Major von Petzow – KZ-Nebenlager – LPG – Märkische Streusandbüchse – Metalldetektor – Militärlager Altengrabow – Mit Geduld klappt’s – Motorzeit – Mutschekiepchen – Nahkampflinie – Napoleonische Besatzungstruppen – Neu-Boston – Neues Deutschland – Ortsgestaltungskonzeption – ORWO – Panzerwracks – Philadelphia Käsemanufaktur – Philosophin – Phonographenwalze – Pilzesammler – Polygamie – Preußen – Puffsmühle – Rabe Krah – Rindersamen – Ruinen – Russen – Saline Salzbrunn – Schloss Schmerwitz – Schönes Produktives Dorf – Schwimmübungen – Schwipsiland Bar – Seuchengefahr – Sonntagsausflug – Stasi-Abhörmast – Sündenbabel Berlin – Tierkörperverwertungsbetrieb – Trabanten – Transsibirische Eisenbahn – TrÜbPlKdtr – Truppenübungsplätze – Velociped – Vereinigungsgedenken – Vergraben – Verlorener Trompeter – Volkskammerwahl – Wahllokale – Waldarbeiter – Wassertropfen – Weiler Verlorenwasser –Weitzgrund – Wildschweinsuhle – Winterkälte – Wüstung – Zapfenpflücker – Zweiter Weltkrieg.

Peter Roloff über seine Verlorenwasser-Filme:

„Verlorenwasser ist ein imaginärer Ort in realer Landschaft. Auf der Suche nach einem leeren Deutschland fand ich den Bach auf einer Landkarte und war von seinem Namen fasziniert. Meine erste Reise an die Quelle des Verlorenwasser war ein gelebter Tagtraum. Offen lag es vor mir, das längst verlorengeglaubte, preußische, ach so beschauliche Deutschland. Das war vor gut zwanzig Jahren. Der Ort – oder besser: die Idee von diesem Ort – hat mich nicht mehr losgelassen….

…Die Bilder an den Wänden der Erinnerung, sie mögen sich verformen, aber sie verblassen nicht. Die Landschaft um Verlorenwasser reizt durch ihre Kargheit. Das Auge ruht auf den gewohnten Dingen: ein Feld, ein Wald, ein Strommast, ein Zaun. Gierig suche ich nach sonderbaren Gerätschaften, abweichenden Naturformen oder Veränderungen des Wetters. Spuren des Besonderen. Ich schneide mit der Kamera Bilder aus dem Naturraum. Ich seziere die Töne. Die gleichgültige Landschaft soll sich meinem Diktat des Anekdotischen beugen. Es wird zur Obsession. Ich zwinge die Landschaft zur Rede. Ihre Zeichen sollen sprechen lernen. Überall Löcher. Ein jeder gräbt seinen Imaginationen hinterher. Fliehende Soldaten Napoleons suchen im Wald nach einer versteckten Kriegskasse. Bewohner suchen die nach dem zweiten Weltkrieg vergrabene Figur der Borussia auf dem Hagelberg. Ich sehe in Verlorenwasser hinter der idyllischen Fassade die Inschrift des Krieges. „1945“ – die Zahl schreibt sich in die Zeichen ein. Oder präge ich die Zahl in die Zeichen? Der Frage entkommt, wer selbst die Regeln bestimmt. Ich verwandle Verlorenwasser in eine Bühne. Voilá – der Vorhang öffnet sich. Igor Grusewejitsch tritt vor mein Auge. Ich lasse ihn die Welt bereisen und am Ende in Verlorenwasser sterben. Aber Igor widersetzt sich mir. Er inszeniert seinen Tod nur zum Schein. Damit entflieht er vor seinen Zwängen und lebt ein neues Leben an einem anderen Ort. Ich aber bleibe in Verlorenwasser.“

DVD-Premiere in Verlorenwasser
11. Dezember 2011
Gaststätte Zur Hirschtränke
Verlorenwasser

Kinoverleih
Basis-Film Verleih Berlin
Kinostart 18. März 2010

Festivals
„Message to Man“ St. Petersburg (Teile 1+3)
Figueira da Foz Portugal (Teile 1+2)
Dokfest Leipzig (Teil 3)
u.v.a.

Preise (Teil 3)
Bester Dokumentarfilm – Palm Springs, USA; Bester Kurzfilm – Belo Horizonte, Brasilien; Honorable Mention – Ann Arbor, USA.; 3. Zuschauerpreis für Dokumentarfilme – Selb, Germany

TV
„Planete“ DF 1 (Teil 1)
RTL 4, Benelux (Teil 1)
SBS Australia (Teil 3)

Video on Demand:
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DVD
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